Dieser Artikel entsteht als „Hausaufgabe“ eines Online-Lernprogramms für Bibliotheksmitarbeiter und andere Interessierte unter http://bibliothek2009.wordpress.com/ . Die Idee, neue Medien und Kommunikationswege (auch für und mit Bibliotheken) duch eigenes Ausprobieren und aktives Benutzen kennenzulernen, finde ich sehr gut und diesen neuen Medien auch sehr angemessen. Jeder von uns wird das Internet anders nutzen und wahrnehmen, je nachdem wie oft und in welchen Zusammenhängen er/sie es benutzt. Für viele ist es bis jetzt sicherlich eher ein Raum der Informationssuche und des Nutzens von vorgefertigten Angeboten, als ein kreativer Spielplatz.
Gerade bei uns in einer wissenschaftlichen Bibliothek sind viele Wege der täglichen Internetnutzung bereits durch vorhandene Suchwege, Programme, Themen und Schwerpunkte vorgegeben. Unsere Internetauftritte werden von anderen geschrieben, wir liefern zumeist nur die Daten.
Hier schreibe ich nun das erste Mal selbst beruflich im Internet und merke, wie viel schwerer ich es mir vorgestellt habe, als es in Wirklichkeit ist. Zum Teil, weil Fachleute oft in ihrer eigenen Sprache sprechen und ihr Wissen mir sehr exotisch vorkam. Zum anderen, weil es mit Lern-Anleitung und Aufgabenstellung in so angenehmen Schritten leichter fällt als ganz alleine. Und zuletzt auch, weil man das Internet so schlecht erklären und verstehen kann, wenn man es nicht zeitgleich ausprobiert und vor Augen hat.
Da ist dieser Kurs wirklich gut: Vieles läßt sich besser begreifen, wenn man es selber sieht und macht; jeder kann in seinem eigenen Tempo, mit eigenen Vor- und Unkenntnissen vorgehen, erweiterte Informationen nutzen oder ignorieren; Berührungsängste werden abgebaut, wenn man merkt, daß man einfach ausprobieren und rumspielen kann, aber doch im „echten“ Internet unterwegs ist – und Begriffe, denen man im Alltag oder der Presse bereits begegnet ist wie z.B. „blog“, werden plötzlich transparent.
Ob dieser Selbstlernkurs aber alle da abholt, wo sie gerade sind, weiß ich nicht. Bereits, daß es keine formale Anmeldung im bekannten Sinne gibt, wirkt ungewohnt und führt zu Verwirrung. Und so verlockend der spielerische Ansatz ist, so fern ist er doch bei den meisten wohl vom Alltag und den vorgegebenen (auch zeitlichen) Anforderungen des Arbeitsplatzes. Egal, ich genieße es
Auf die Idee, ein eigenes Blog (einen eigenen Blog? Da fangen die Schwierigkeiten schon an http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1371 ) zu schreiben bin ich vor diesem Online-Lernprogramm ehrlich gesagt noch gar nicht gekommen. Vielleicht auch aus der Scheu heraus, mit der Öffentlichkeit umgehen zu müssen und unter Könnern negativ aufzufallen. Dieser Kurs gibt mir die Mögichkeit unter Gleichgesinnten und anderen „Nicht-Internet-Profis“ für unsere Biblitohek und mich selbst Nützliches zu lernen.
Ein Blog fände ich zum Beispiel für Feedback und Anschaffungswünsche bei uns ganz praktisch. Aber ob so etwas in unserem Content Management System überhaupt ginge, weiß ich nicht. Anfragen kann ich ja mal. Ich hoffe auf weitere Anregungen in den nächsten Lektionen.